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VG-Werke verzeichnen lokalen Anstieg der Nagerpopulation

Rattenproblem in Trifelsstadt


Das stellt sowohl für die Anwohner als auch für die anliegende Kita Arche Noah ein nicht unerhebliches Problem dar. Die Ursachen sind bekannt. Zum einen liegt auf einem Privatgrundstück ein Müllproblem vor und zum anderen erfolgt laut Berichten von Schädlingsbekämpfern und Anwohnern eine gezielte bzw. fahrlässige Anfütterung. Das führt zu einer lokalen Population mit Ausstrahlung in den öffentlichen Raum.

Zur Bekämpfung hatten die Verbandsgemeindewerke in der Stadt 396 Köderpunkte im Kanal belegt. Bereits bei der ersten Kontrolle waren 108 Nachbelegungen erforderlich. Damit zeigen 27 Prozent der Köderstellen eine unmittelbare Aktivität an. Zum Vergleich: In der gesamten Verbandsgemeinde (VG) gibt es 1473 Belegungen mit 311 Nachbelegungen, womit rund 21 Prozent der Köderstellen unmittelbare Aktivität anzeigen. Damit liegt die Trifelsstadt deutlich über dem Durchschnitt der VG. Detailauswertungen des eingesetzten Schädlingsbekämpfers zeigen darüber hinaus, dass der Befall sich punktuell auf einzelne Straßen und Grundstücke, vor allem im Bereich der Elisabethenstraße, konzentriert.

Das Problem ist nicht flächig, sondern lokal getrieben. Die Ratten bleiben normalerweise aufgrund der guten Nahrungslage im Kanal. Ein Austritt erfolgt nicht systembedingt, sondern nur bei zusätzlichen oberirdischen Nahrungsquellen, die laut Augenzeugenberichten in der Elisabethenstraße vorhanden sind. Der oberirdische Befall ist damit eindeutig auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen, insbesondere durch Müll und Fütterung.

Als weitere Bekämpfungsmaßnahme werden die VG-Werke im Spätjahr 2026 im gesamten Gebiet der Verbandsgemeinde flächendeckend zusätzliche Köder ausbringen. Ziel ist die präventive Reduzierung der Gesamtpopulation. Zudem hat der Rat der Stadt Annweiler am Trifels in seiner jüngsten Sitzung am 27. Mai 2026 die Vergabe der oberirdischen Rattenbekämpfung an den städtischen Hotspots mit dem Schwerpunkt Elisabethenstraße an die Firma Bertram GmbH gemäß Angebot über rund 8000 Euro beschlossen. Die Stadt wird in dieser Situation nicht als Verursacher tätig, sondern im Rahmen ihrer Gefahrenabwehrpflicht zur Sicherung des öffentlichen Raums. Parallel dazu ist ein konsequentes Vorgehen gegen den maßgeblichen Verursacher auf der zuständigen Verwaltungsebene erforderlich.

Die Bevölkerung wird ausdrücklich darum gebeten, keinen Müll und keine Essensreste auf dem eigenen Grundstück oder der Straße herumliegen zu lassen. Denn die von den Nagern ausgehenden Gefahren sind keineswegs gering. Sie nagen Kabel an, untergraben Fundamente und beschädigen dadurch die Infrastruktur. Außerdem können sie Lebensmittelvorräte verunreinigen und gefährliche Infektionskrankheiten wie die Leptospirose, die Hantavirus-Infektion und Salmonellose auf Menschen übertragen. Die Übertragung erfolgt über Kot, Urin und Speichel der Ratten, kontaminierte Lebensmittel oder Parasiten wie Flöhe.

Die VG-Werke empfehlen, Abfallbehälter dicht zu verschließen, regelmäßig zu leeren und zu reinigen und Abfallsäcke nicht länger im Freien zu lagern. Speisereste sollten nicht über die Toilette, die Spüle oder offen auf dem Kompost entsorgt werden. Lebensmittel und Tierfutter sollen in geschlossenen Behältern gelagert werden. Auch Fressnäpfe möglichst nicht im Freien stehen lassen. Ganz wichtig ist die Beseitigung von Versteck- und Nistmöglichkeiten.

Wird trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein Rattenbefall festgestellt, sollte er der Kreisverwaltung als zuständiger Behörde insbesondere dann gemeldet werden, wenn öffentliche Flächen und Einrichtungen oder der Kanalbereich betroffen sind. Auf Privatgrundstücken sind grundsätzlich die Grundstückseigentümer für die Ergreifung geeigneter Bekämpfungsmaßnahmen verantwortlich. Typische Anzeichen für einen Befall sind die etwa zwölf bis 19 Millimeter langen Kotspuren. Die Laufwege sind üblicherweise durch eine speckig-klebrige Struktur gekennzeichnet. Außerdem weisen Engstellen oft Nagespuren auf. Offene Löcher und Baue sollten ebenfalls geprüft werden.

Die Forschung ist sich einig: Müllentsorgungssysteme mit rattensicheren Containern und die Reduzierung von Lebensmittelabfällen spielen eine entscheidende Rolle bei der oft schwierigen Rattenbekämpfung. Die Prävention ist die wirksamste Strategie. Bei alledem sind die Kommunen auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Denn das Problem kann nur durch das gemeinsame Engagement von Kommunen, Betrieben und Privatpersonen effektiv unter Kontrolle gehalten werden.

Mit Rattenködern der neusten Generation bekämpfen die VG-Werke die Ratten in der Verbandsgemeinde. Foto: Verbandsgemeindewerke Annweiler am Trifels