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28.11.2014 - Grundschule Albersweiler: Besuch aus Kirgisistan

Aina Boobekova, eine Deutschlehrerin aus Kirgisistan, war für drei Wochen Hospitantin an der Grundschule in Albersweiler. 

Möglich wurde dies im Rahmen eines Hospitationsprogramms des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder. 


Schulleiterin Gundula Döring freute sich, dass die Bewerbung der Grundschule Albersweiler um eine ausländische Deutschlehrerkraft im zweiten Anlauf nun Erfolg hatte. Im Vorfeld war man sehr gespannt aus welchem Land die Hospitantin kommt, da man hierauf keinen Einfluss hat. Afrika, Asien, Lateinamerika, Osteuropa, Griechenland, Portugal, Spanien und Zypern waren die möglichen Austauschländer. Als bekannt wurde, dass eine Lehrerin aus dem fernen Kirgisistan in die Südpfalz kommt, wurde diese natürlich mit großer Neugier erwartet.

Für Aina Boobekova bot sich nun die Möglichkeit, neben dem deutschen Schulsystem, unsere Kultur sowie Land und Leute kennenzulernen. Privat war sie in den Gastfamilien von Gesa Boltze und Mirjam Hoffmann untergebracht. So konnte Boobekova darüber hinaus einen echten Eindruck vom deutschen Alltagsleben bekommen.

Neben der täglichen Teilnahme am Grundschulunterricht standen Besuche an der Uni Landau und der Realschule plus in Annweiler auf dem Programm. Ausflüge nach Rhodt, Heidelberg und Straßburg waren ebenso vorgesehen wie natürlich die Besichtigung des Trifels.

Bei einem gemeinsamen Treffen mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Annweiler, Kurt Wagenführer, konnte Aina Boobekova im Gegenzug viel Interessantes über das kirgisische Bildungssystem in Zentralasien erzählen. Nach dem Kindergarten beginnt dieses mit einer neun- oder elf-jährigen Mittelschulphase. Ab einem Alter von sieben Jahren besteht Schulpflicht. Nach neun Jahren hat man die Möglichkeit zum Besuch einer Berufsschule. Die elf-jährige Ausbildung berechtigt ein Hochschulstudium aufzunehmen. Unterrichtet wird in den Amtssprachen Russisch und Kirgisisch. Interessant war, dass an einigen Schulen Deutsch als erste Fremdsprache ab dem ersten Schuljahr gelehrt wird. Verbunden ist dies sicher damit, dass Anfang der 90er Jahre noch ca. 100.000 Deutsche in Kirgisistan lebten. Inzwischen sind jedoch viele wieder ausgewandert. Übrig geblieben sind nur noch einige wenige deutsche Dörfer. Überrascht hat Boobekova, dass unser Schulbetrieb nicht in zwei Schichten erfolgt. So werden in Kirgisistan vormittags die älteren und nachmittags die jüngeren Schüler unterrichtet. Die Deutschlehrerin selbst unterrichtet in der Hauptstadt Kirgisistans, Bischkek, an einer Grundschule mit je acht vierzügigen Klassen und insgesamt 800 Schülern.

„Frau Boobekova ist eine große Bereicherung für unsere Schule und sehr nah bei den Kindern“, lobte Schulleiterin Döring den pädagogischen Austausch. Die Gastfamilien bestätigten, dass ein bisher weißer Fleck auf der Landkarte sich für sie neu erschlossen habe. Bürgermeister Wagenführer begrüßte diese Art des pädagogischen und menschlichen Austauschs. Mit den Worten „wenn man die Sprache eines Landes spricht, versteht man die Menschen in zweierlei Hinsicht und stellt vielleicht fest, dass wir uns alle ganz ähnlich sind“, dankte er allen, die diese Hospitation ermöglicht haben.
„Ich fühle mich hier wie zu Hause“ lobte abschließend Aina Boobekova die deutsche Gastfreundschaft und verband dies mit der Hoffnung, vielleicht noch einmal wieder zu kommen.

Spannend und interessant war nicht nur für die SchülerInnen der Grundschule Albersweiler die Hospitation der kirgisischen Deutschlehrerin Aina Boobekova (rechts). Auch Schulleiterin Gundula Döring, die Gastfamilien Gesa Boltze und Mirjam Hoffmann sowie Bürgermeister Kurt Wagenführer (v.l.n.r.) konnten viel voneinander lernen.


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