VG-Annweiler2-0002.jpg
27.10.2012 - Jahresabschlussübung Freiwillige Feuerwehr Annweiler

Menschenrettung - Brandeinsatz - auslaufender Gefahrstoff 

Weißer Rauch qualmt aus dem Erdgeschoss des Gebäudes Landauer Straße 12 in Annweiler. Kurz nach dem Ertönen der Sirene hört man auch schon das Martinshorn des Löschgruppenfahrzeugs.

Bild: Brandbekämpfung und Menschenrettung werden von Jugendwehr perfekt gemeistert.

Zum Glück war dies am vergangenen Samstag, dem 27. Oktober 2012, nur eine Übung der Jugendfeuerwehr Annweiler, die im Rahmen der großen Jahresabschlussübung fast schon perfekt, in reger Betriebsamkeit, ihr Können unter Beweis stellte. Sogleich wurden die Schläuche entrollt, das Löschwasser dem Tanklöschfahrzeug entnommen und so war der Brand schnell unter Kontrolle. Mehrere Personen konnten unbeschadet mittels einer Leiter über das Fenster gerettet werden. Insgesamt eine gekonnte Vorführung, die von vielen Schaulustigen interessiert verfolgt wurde.

 

Die Jugendwehr Annweiler besteht derzeit aus 23 Jugendlichen im Alter von 10 bis 16 Jahren.

Einen Einsatz ganz anderer Art wurde anschließend von der aktiven Wehr nachgestellt. Bei der Integrierten Rettungsleitstelle Südpfalz geht folgender Notruf ein: Auf der L490 in Annweiler, in Höhe des Hohenstaufensaals, ist auf regennasser Fahrbahn ein Pkw mit einem Lkw kollidiert. Der zurückgeschleuderte Pkw prallte gegen eine Hauswand und kam mit dem schwer verletzten und eingeklemmten Fahrer auf der Landauer Straße zum Stehen. Erschwerend kam bei diesem Übungsszenario hinzu, dass erst nach Eintreffen der ersten Einsatzfahrzeuge erkannt wurde, dass es sich bei dem Lkw um ein Heizölfahrzeug mit auslaufendem Gefahrstoff handelt. Sogleich erfolgte eine Nachalarmierung der Gefahrstoffgruppe Annweiler, die eine Teileinheit des Gefahrstoffzuges Südliche Weinstraße bildet.

Bild: Eingeklemmter Fahrer wird aus Unfall-Pkw befreit.

Bild: Feuerwehrkameraden mit Chemiekalienschutzanzug sichern auslaufenden Gefahrstoff.

Bei dieser Übung konnten sich die Zuschauer von dem enormen und vielfältigen Fahrzeug-, Personal- und Geräteaufwand, den ein derartiger Einsatz mit sich bringt, ein anschauliches Bild verschaffen. Nach erfolgten Absperrmaßnahmen wurde der verletzte Pkw-Fahrer mittels technischen Gerät befreit und auf dem eingerichteten Sammelplatz versorgt. Zeitgleich wurde die Dekontamination organisiert und eingeleitet. Unterstützt wurde der Einsatz vom DRK-Ortsverein Annweiler.

 

Bild: Großer Fahrzeug- und Personalaufwand beim Gefahrstoffeinsatz.

Die gesamten Abschlussübungen wurden fachlich fundiert und sehr gut verständlich von Hauptbrandmeister Hans-Erich Sobiesinsky kommentiert.

Bei der anschließenden Nachbesprechung im Rathaus der Verbandsgemeinde Annweiler konnte Bürgermeister Kurt Wagenführer zahlreiche Vertreter aus dem Bereich des Feuerwehr- und Rettungsdienstes auf Kreis-, Verbandsgemeinde- und Stadtebene begrüßen. Er zeigte sich sehr zufrieden mit dem unter realistischen Gesichtspunkten nachgestellten Einsatz und dankte allen Verantwortlichen für die hervorragend vorbereiteten Übungen.

Einen Überblick über die erfolgten Einsätze in diesem Jahr konnte Wehrführer Bernd Pietsch geben. Danach musste die Freiwillige Feuerwehr Annweiler bis dato insgesamt 97 Mal ausrücken. Darunter waren 34 Brandeinsätze, 16 technische Hilfeleistungen, 1Gefahrguteinsatz und 18 Einsätze, ausgelöst durch automatische Brandmeldeanlagen. Laut Pietsch erfolgen die meisten Einsätze in der Zeit von 7.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Trotz der Berufstätigkeit der Feuerwehrkameraden konnte jedoch im abgelaufenen Jahr immer eine wirkungsvolle Hilfe mit ausreichendem  Personal sichergestellt werden. Pietsch dankte in dem Zusammenhang den Arbeitgebern für die bereitwillige Freistellung ihrer Mitarbeiter für den Feuerwehrdienst. Die sehr engagierte und hervorragende Arbeit der Feuerwehr führt der Wehrführer auf die gute Ausbildung, eine hohe Motivation, dem hochwertigen Fuhrpark und modernen Gerätschaften zurück. Daneben hob er die sehr gute Zusammenarbeit mit der Polizei, dem DRK und den Wehren aus Landau und Hauenstein hervor.

Gedankt wurde auch dem Förderverein Annweiler, der die Feuerwehr auch in diesem Jahr wieder mit der Anschaffung zusätzlicher Ausrüstungsgegenstände tatkräftig unterstützt hat.

Wehrleiter Klaus Michel berichtete von den vielen positiven Rückmeldungen, die er aus der Bevölkerung zu den Einsätzen der Feuerwehr erfährt. „Sie wertschätzen, achten und sprechen sehr respektvoll von Euch“, so Michel.

Die gesamte Veranstaltung war abschließend von zahlreichen Verpflichtungen, Ernennungen, Bestellungen und Ehrungen getragen.

Bild: Verpflichtung Jugendlicher in die aktive Wehr von Annweiler.

Im Beisein von Vertretern aus der Kommunalpolitik und dem Feuerwehrwesen verpflichtet Bürgermeister Kurt Wagenführer (5.v.r.) Jugendliche in die aktive Feuerwehr von Annweiler.

Bild: Jugendliche derJugendwehr erhalten Leistungsspange.

Jan-Nicklas Brödel, Lars Kiefer und Lucas Schempp bekommen die Leistungsspange, die höchste Auszeichnung in der Jugendfeuerwehr, verliehen.