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27.06.2010 - Triftfest in Rinnthal

Triften in Rinnthal, eine feucht-fröhliche Angelegenheit der besonderen Art!

Bild: Bürgermeister Wagenführer, Ortsbürgermeister Hertel und Kastanienprinzessin Felicitas I.

Am Sonntag, dem 27.Juni 2010, wurde in Rinnthal das alte Handwerk des „Triften“ wieder lebendig. Viele Gäste aus nah und fern feierten das bereits seit 10 Jahren stattfindende Fest im überaus reizvollen Tal am Kaltenbach.

Auch Bürgermeister Kurt Wagenführer der Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels freute sich erstmalig an diesem Ereignis teilzunehmen. Neben weiteren Gästen konnte Ortsbürgermeister Heinz Hertel auch die Kastanienprinzessin Felicitas I. begrüßen. 

Nach dem Waldgottesdienst, der musikalisch von den Jagdhornbläsern „Parforcehorn Corps“ untermalt wurde, unterstrich  Bürgermeister Wagenführer die Bedeutung dieses alten Handwerks, das zwar aus der sog. „guten alten Zeit“ entstammt, man jedoch die damals sehr mühsame, zeitintensive und nur ein geringes Einkommen einbringende Arbeit, nicht verkennen dürfe. Aber die Menschen hatten damals eine sinnstiftende Arbeit, hob Kurt Wagenführer hervor, was sehr positiv zu bewerten sei.

Bei den sich anschließenden Führungen zu den Triftanlagen konnte man einiges Wissenswertes von den Revierleitern Karlheinz Bosch und Harald Düx erfahren. Die Triftanlage zeugt von der Jahrhunderte alten wirtschaftlichen Bedeutung von Wald u. Wasser. Interessant ist bereits, dass das Wort Trift von „treiben“ abstammt und den Transport von schwimmenden ca. 1m langen Baumstämmen auf Wasserstraßen bedeutet. Im Gegensatz zum Flößen ist hierbei das Holz nicht zusammengebunden. Um eine ausreichende Wasserführung zu gewährleisten wurde das Wasser in sog. Woogen aufgestaut. Genutzt wurde dieses Holz hauptsächlich als Brennholz.

Natürlich durften die Besucher das Triften auch selbst ausprobieren, angefangen vom Fällen eines Baumes, über das zum Wasser bringen der Holzstämme und schließlich das Werfen der Stämme in den Kaltenbach.

Ein abwechslungsreiches Programm rund ums Holz fand auch wieder bei den Kindern großen Anklang. Die Steinmetzmeister Friedrich Schlicher und Winfried Künkele demonstrierten anschaulich, wie die Sandsteine für die Triftkanäle früher mit alten Werkzeugen bearbeitet wurden. Auch der Naturschutzbund Annweiler/Hauenstein informierte über aktuelle Projekte.

Natürlich ließ die Verpflegung durch das Annweiler Forsthaus keine Wünsche offen und den Veranstaltern, nämlich der Ortsgemeinde Rinnthal, dem Forstamt Annweiler und dem Verein Südliche Weinstraße Annweiler am Trifels e. V., gebührt für die rundum gelungene Veranstaltung wieder ein besonderer Dank.