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Pfeffer, Chili & Co.


Bild: Unreifer Pfeffer

Annweiler. Geh‘ doch dahin, wo der Pfeffer wächst! – Wer sich diesen Ausspruch zu Herzen nehmen will, aber keine Reise in die Tropen plant, kann sich im Museum unterm Trifels in Annweiler über die Herkunft der scharfen Kügelchen und vieler anderen Gewürze informieren. Unter einem Gewürz versteht man die getrockneten Teile von Pflanzen, die wegen ihrer Aromen in der Koch- und Heilkunst Verwendung finden. Meist sind dies Blüten, Früchte, Samen, Stängel und Wurzeln. Kräuter dagegen sind die Blätter von frischen und getrockneten Pflanzen. Museumsleiter Hans-Joachim Kölsch hat in seiner Ausstellung eine „Fühlstation“ eingebaut, in der exotische Gewürze ertastet werden können. An weiteren Stationen dürfen die Besucher Geruchsproben nehmen. Eine Bazarszene lässt die Reiselust in fernen Ländern aufflammen. Die Idee, eine solche Ausstellung zu inszenieren, bekam Kölsch auf einer Asienreise. Seit Jahren bereist er den asiatischen Kontinent und hat dabei die duftende, gewürzreiche Küche der Region kennen und schätzen gelernt.

Bild: Verschiedene Pfeffersorten

 

Bild: Bazarszene in der Ausstellung

Süß, sauer, scharf, salzig, bitter – duftende und wohlschmeckende Kräuter und Gewürze zählen zu den ältesten Handelsgüter der Welt. Schon die Ägypter verwendeten um 3.500 v. Chr. Gewürze zur Essenszubereitung, für Kosmetikartikel und für die Mumifizierung ihrer Toten. Griechen und Römer bedufteten ihre Räume damit und nutzten sie in verschwenderischer Weise für ihre Speisen. Ihnen taten es die europäischen Fürstenhöfe gleich. Gewürze wurden aber nicht nur als wohlschmeckende Speisezutaten verwendet, sondern auch als Heilmittel geschätzt.

 

Bild: Ansicht einer Vitrine in der Ausstellung

Der zunehmende Bedarf an Gewürzen und der zeitaufwendige Transport über Land und Meere, machte sie knapp und kostspielig. Vor allem aber versprachen diese Spezereien große Gewinne. So war der erhoffte Profit die eigentliche Triebfeder für die zahlreichen Entdeckungsreisen, die Columbus und Vasco da Gama nach Amerika und Indien führten.

 

Bild: Reife Muskatnussfrucht

Obwohl heutzutage auch die exotischsten Gewürze und Kräuter überall und für wenig Geld zu haben sind, wissen die Wenigsten von uns, wo diese bis heute kostbaren Naturprodukte angebaut werden, wie die jeweiligen Gewürzpflanzen aussehen, geschweige denn, welchen Pflanzenteil wir eigentlich verwenden, wenn wir beispielsweise mit Safran würzen oder mit Nelken einen Gewürztee zubereiten.

 

Mit der Gewürzschau versucht das Museum unterm Trifels in Annweiler sich dem Thema auf vielfältige Weise anzunähern. Neben der Kulturgeschichte und Botanik von Gewürzen und Kräutern, beschäftigt sich die Ausstellung auch mit deren kulinarischen und medizinischen Verwendung. Auf rund 150 m² werden knapp 50 verschiedene Gewürze und Kräuter im Original und ihrer verarbeiteten Form, wie Gewürzmischungen, Kräuteressige, Tees, alkoholische Getränke, Badezusätze etc. vorgestellt. 

Bild: Kardamom-Ernte in Südindien


Die Ausstellung kann im Museum unterm Trifels in Annweiler vom
20. Mai bis 01. November 2020 besichtigt werden.
 

Öffnungszeiten:

Mittwoch bis Samstag  von 13.00 bis 17.00 Uhr
Sonntag und Feiertage von 10.00 bis 17.00 Uhr

Gruppenführungen auch außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung


Preise:
Erwachsene 3,50 Euro, Gruppen ab 12 Personen 3,00 Euro, Schüler, Studenten und Auszubildende 2,50 Euro, Kinder und Schüler bis 18 Jahre 1,50 Euro, Kinder unter 5 Jahre frei, Familienkarte 8,00 Euro. Gruppenführung bis max. 15 Personen 15,00 Euro.


Museum unterm Trifels

Am Schipkapass 4
76855 Annweiler am Trifels


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