"Pälzer Keschde"

Rechtzeitig zur diesjährigen Kastaniensaison präsentiert das Museum unterm Trifels in Annweiler vom 10. Sept. – 19. Dez. 2010 die Ausstellung "Pälzer Keschde"

 

Bild: EsskastanienBald ist es wieder soweit. Die Kastanienbäume in unserer Umgebung werfen ihre stachligen Früchte ab und locken zahlreiche Menschen in die Wälder. Für viele Pfälzer sind die zubereiteten Esskastanien zusammen mit neuem Wein der höchste Genuss in dieser Jahreszeit. Was also liegt näher als der Edelkastanie eigens eine Ausstellung zu widmen.

Die Urheimat der Kastanie war vermutlich die Region zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer. Von dort wanderte die „keusche Neah“ („Castanea“) nach Südosteuropa. Spätestens die Römer machten sie schließlich in der Pfalz heimisch.


Bild: Kastanienwald bei der Burg TrifelsBis die Kartoffel in Europa eingeführt wurde, waren die Esskastanien vor allem in den armen Bergregionen Südeuropas ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Man bezeichnete die braunen Früchte auch als „Brot des Waldes“ oder „Brot der Armen“. Doch diese Zeit ist längst vorbei. Mit der Wiederentdeckung der Kastanie Ende des 20. Jahrhundert haben sich die schmackhaften Früchte längst zu einer Delikatesse gemausert. So ist es nicht überraschend, dass zur „Keschdezeit“ viele Restaurants Suppen, Nudeln, Knödel, Salate, Bier, Likör und andere Leckereien mit schmackhaften Kastanien anbieten, welche die Gaumen so manchen Gourmets erfreuen.

Doch nicht nur kulinarisch weiß die Kastanie zu überzeugen. Längst hat es sich herumgesprochen, dass die Früchte nur wenig Fette und Öle enthalten, dafür aber sehr reich an Nährstoffen sind. Was den Vitamin C-Gehalt betrifft, kann die Kastanie locker mit der Zitrone mithalten. Ferner besitzt sie verschiedene Mineralstoffe wie Kalium, Calcium und Natrium. Schon Hildegard von Bingen erkannte den gesundheitlichen Wert der „stachligen Frucht“ und empfahl deren Einnahme – ob frisch, getrocknet, gebraten oder gekocht – zum Kurieren verschiedener Krankheiten.

Bild: "Keschdeschuh"


Die Ausstellung widmet sich der Kulturgeschichte der Esskastanie seit ihrer Ankunft in der Pfalz über Karl den Großen bis zur Gegenwart. Neben den erläuternden Texttafeln und zahlreichen Bildern und Grafiken gibt es verschiedene Kastanienprodukte sowie lokale Exponate zur Kastanienkultur in der Pfalz zu sehen. Im Mittelpunkt aber steht der berühmte Kastanienschuh, den das Schuhmuseum Hauenstein für die aktuelle Ausstellung zur Verfügung gestellt hat.


Neben rund 50 Postern, die das Vorkommen der Edelkastanie in Deutschland und Frankreich dokumentieren, zeigt die Ausstellung Exponate zu „Goethe und Edelkastanie“, Edelkastanienprodukte, historische Ansichtskarten und Gemälde, Literatur zur Edelkastanie.


Ausstellungsdauer: 10. September  bis 19. Dezember 2010


 

Öffnungszeiten:

15. März bis 01. November:
Dienstag - Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr

02. November bis 14. März:
Samstag und Sonntag von 13.00 bis 17.00 Uhr

Preise:
Erwachsene 2,60 Euro, Gruppen ab 12 Personen 2,00 Euro, Studenten und Auszubildende 1,80 Euro, Schüler bis 18 Jahre 1,00 Euro, Kinder unter 6 Jahre frei, Familienkarte 6,00 Euro, Gruppenführung pro Person 1,00 Euro.

Führungen nach Vereinbarung

Museum unterm Trifels

Am Schipkapass 4, 76855 Annweiler
Tel.: 06346/1682
Fax: 06346/928017
e-mail: Koelsch.Museum.Annweiler@t-online.de