Dorfansichten

„Bindersbach & Queichhambach im Wandel der Zeit“

 

Mit einem Darlehensvertrag über 12 Pfund Heller, ausgestellt 1306 in „Bendersbach“ und der urkundliche Erwähnung einer Mühle und Kirche in „Hanenbach“ 1274 gelang den beiden Ortsteilen von Annweiler, Queichhambach und Bindersbach, der Sprung aus der Geschichtslosigkeit. Nachdem beide Ortsteile ihr Jubiläum ausgiebig im Sommer 2006 bzw. 2008 gefeiert haben, widmet sich jetzt eine Ausstellung im Museum unterm Trifels ihrer Historie.

Bild: Collage Bindersbach und Queichhambach
 
Kompliziert ist es bei beiden Ortsteilen, zumindest was die Eigentumsverhältnisse bzw. die Frage der Ersterwähnung betrifft. Sind es bei Bindersbach die wechselnden Herren von Ort und Hof, so war es bei Queichhambach die Frage, ob man als Grundlage des Jubiläums von 2008 die Urkunde des Klosters Eußerthal aus dem Jahre 1274 oder den Vertrag von 1283 heranzieht. Schließlich entschied sich der Ortsbeirat für das letztere Datum, da man die bevorstehenden Feierlichkeiten nicht absagen wollte.

In der neuen Ausstellung im Museum unterm Trifels kann die mehr als 700 Jahre währende Geschichte von Bindersbach und Queichhambach in sechs Räumen nachvollzogen werden. Zu sehen sind neben Chronologien und einer Dokumentation über die Bevölkerungsentwicklung vor allem Fotografien. Die Vergänglichkeit im Leben beider Ortteile lässt sich wohl kaum besser verfolgen, als beim Durchstöbern alter Fotoaufnahmen. Sie zeigen in einem aufregenden Suchspiel die rasante Entwicklung der ehemals land- und waldwirtschaftlich geprägten Dörfer zu modernen Gemeinden. Vor allem bei den vielen direkten Vergleiche auf Ansichten von früher und heute, werden die Veränderungen der letzten 100 Jahre deutlich. Manches, was in Vergessenheit geraten ist, erhält so wieder seine konkrete Vorstellung.

Neben den zahlreichen Fotografien zeigt die Schau auch die Repros der Urkunden, in denen Bindersbach und Queichhambach erstmals erwähnt wurden, samt einer Übersetzung. Alte Karten zeigen die Entwicklung beider Ortsteile und landwirtschaftliches Gerät geben eine Vorstellung von der harten Arbeit unserer Vorfahren in der Landwirtschaft. Neben der alten Ortsschelle für die Bekanntmachungen in Queichhambach wird aus dem gleichen Ort ein silberner Abendmahlsbecher aus dem Jahre 1778 gezeigt, den das Pfarramt Rinnthal freundlicherweise für die Ausstellung als Leihgabe zur Verfügung stellt.

Ein eigener Raum widmet sich der künstlerischen Auseinandersetzung mit den beiden Ortsteilen. Neben Gemälden berühmter Künstler wie August Croissant und Hermann Maurer werden auch Arbeiten aus den vergangenen 30 Jahren zu sehen sein. Rechtzeitig zum Ausstellungsbeginn konnte Museumsleiter Hans-Joachim Kölsch ein bislang unbekanntes Aquarell des pfälzischen Malers Arthur Lehmann für das Museum erwerben, das Queichhambach im Jahre 1949 zeigt und erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen sein wird.

Die Ausstellungseröffnung findet am kommenden Sonntag, 15. Februar, 11 Uhr, statt. Die Ausstellung selbst wird bis zum 5. April 2009 zu sehen sein.

 

Öffnungszeiten:

15. März bis 01. November:
Dienstag - Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr

02. November bis 14. März:
Samstag und Sonntag von 13.00 bis 17.00 Uhr

Preise:
Erwachsene 2,60 Euro, Gruppen ab 12 Personen 2,00 Euro, Studenten und Auszubildende 1,80 Euro, Schüler bis 18 Jahre 1,00 Euro, Kinder unter 6 Jahre frei, Familienkarte 6,00 Euro, Gruppenführung pro Person 1,00 Euro.

Führungen nach Vereinbarung

Museum unterm Trifels

Am Schipkapass 4, 76855 Annweiler
Tel.: 06346/1682
Fax: 06346/928017
e-mail: Koelsch.Museum.Annweiler@t-online.de