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HugenottenAusstellungsdauer: 06.Juli bis 31. August 2008 Drei ehemalige Gerberhäuser und eine Lohmühle, die sich in ein Museum verwandelt haben: Das ist das Museum unterm Trifels, in dem sich die neue Ausstellung der Geschichte der französischen Glaubensflüchtlinge und ihrem Leben im Exil widmet. Als Mittelpunkt dient dazu Annweiler und das Schicksal der Familie Disque.
„Frankreichs Unglück, Deutschlands Glück“, so formulierte es der Historiker Pierre Charnu. Dieser Satz lässt sich bedenkenlos auch auf Annweiler übertragen. Waren es nicht die Hugenotten, die Ende des 16. Jahrhunderts mit ihren zahlreichen Wollenwebern und Gerbern die desolate Wirtschaft der Trifelsstadt ankurbelten. So ist es mehr als passend, dass ausgerechnet ehemalige Gerbereien das Zentrum der gegenwärtigen Dokumentation bilden. Doch freiwillig haben die Refugiés, Wallonen und Waldenser, die man allgemein unter dem Begriff Hugenotten zusammenfasst, ihre Heimat nicht verlassen. Damals konnte noch niemand ahnen, als Martin Luther seine berühmten Thesen formulierte, dass sich aus seinen reformierten Gedanken ein blutiger Kampf in Frankreich entwickeln würde. Es war vor allem Calvin, der in Frankreich Fuß fasste und schließlich nach Genf fliehen musste. Es folgten Massaker und acht Kriege, bis endlich der liberale König Heinrich IV. durch eine Verordnung den französischen Protestanten eine bedingte religiöse Freiheit zugestand. Doch damit war die Sache nicht ausgestanden. Nach der Ermordung Heinrichs IV. erhielten die Katholiken wieder Oberwasser und die Repressalien begannen auf das Neue. Schließlich das fatale Edikt von Fontainebleau 1685 unter Ludwig XIV., das den französisch Reformierten jedes Recht auf Religionsausübung untersagte. Die Folge war die Flucht von rund 200.000 Menschen zu den östlichen Nachbarn Frankreichs. Ca. 40.000 fanden Aufnahme in Deutschland, vor allem in Berlin-Brandenburg, aber auch Kassel und Erlangen. Knapp 4.000 Flüchtlinge fanden in der Pfalz Aufnahme, wo sich die Kurpfalz und das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken schon früh zur Reformation bekannt hatten. So entstanden kleine französisch-reformierte Gemeinden u. a. in Frankenthal, Lambrecht, Otterberg, Billigheim und Annweiler. Allerdings verließen viele durch die Ansprüche der französischen Krone auf die linksrheinischen Gebiete nach dem 30-jährigen Krieg die Pfalz. Die aktuelle Ausstellung dokumentiert die Vorgeschichte der Reformation, die Historie der Protestanten in Frankreich und ihre Hauptakteure. Es folgt die Flucht ins Exil und die Lebenssituation in Annweiler. Von den zahlreichen Familien, die sich in der Trifelsstadt niedergelassen hatten, wird das Schicksal der Familie Disque besonders thematisiert. Während der Hugenottenschau wird auch der Vertrag vom 12. September 1593 zu sehen sein, in dem Herzog Johann I. den Glaubensflüchtlinge in Annweiler die Ansiedlung ermöglicht und ihnen die alte Spitalkirche zur Verfügung stellt und einen französisch sprechenden Prediger und Lehrer garantiert.
Öffnungszeiten:15. März bis 01. November: Dienstag - Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr 02. November bis 14. März: Samstag und Sonntag von 13.00 bis 17.00 Uhr Preise: Erwachsene 2,60 Euro, Gruppen ab 12 Personen 2,00 Euro, Studenten und Auszubildende 1,80 Euro, Schüler bis 18 Jahre 1,00 Euro, Kinder unter 6 Jahre frei, Familienkarte 6,00 Euro, Gruppenführung pro Person 1,00 Euro. Führungen nach Vereinbarung Museum unterm TrifelsAm Schipkapass 4, 76855 AnnweilerTel.: 06346/1682 Fax: 06346/928017 e-mail: Koelsch.Museum.Annweiler@t-online.de ![]() |
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