Die Götterwelt des Hinduismus

„Shivas Tanz“
 

Links oben: Vishnu, Erhalter des Universums Links mitte: Parvati, Gatting des Gottes Shiva Links unten: Lingam (Phallussymbol) Rechts: Der tanzende Shiva, genannt "Nataraja", Schöpfer und Zerstörer des Universums

Hintergrundinformation zur Ausstellung:

Während die Hochkulturen Griechenlands oder Ägyptens dem Westen seit jeher vertraut sind, hat die große Kunsttradition des indischen Subkontinents diese Geltung bei uns bis heute nicht erreicht. Die ungewöhnliche Ikonographie der Götterfiguren und die dahinter verborgene Philosophie scheint dem abendländischen Menschen nur recht schwer zugänglich zu sein.

Mit der Ausstellung „Shivas Tanz – Die Götterwelt des Hinduismus“ will das Museum unterm Trifels in Annweiler nun versuchen, die indische Kunst einem breiteren Publikum vorzustellen und wichtige Kriterien der hinduistischen Religion aufzuzeigen. Gerade in der heutigen Zeit, in dem die Integration von ausländischen Mitbürgern eine zunehmend wichtige Rolle einnimmt, ist es notwendig, den uns fremden Kulturen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, um somit ein größeres Verständnis und Respekt gegenüber anderen Gesellschaften entwickeln zu können.

Die aktuelle Ausstellung „Shivas Tanz“ zeigt rund 170 Kunst- und Ritualgegenstände vom 3. Jh. v. Chr. bis zur Gegenwart sowie zahlreiche Großfotografien und Devotionalien. Die Skulpturen, Bronzen und Terrakotten sind in sechs Räumen nach Themen gegliedert. Neben einer allgemeinen Einführung in den Hinduismus werden die wichtigsten Gottheiten wie Shiva, Vishnu und die Göttin in ihren verschiedenen Erscheinungsformen vorgestellt sowie Aspekte zur Volksreligion, Asketentum, hinduistische Tempel und Opferriten erklärt.

Neben vielen exzellenten Exponaten ragen eine weibliche Figur aus grauer Terrakotta aus dem 3. Jh. v. Chr. und eine Schieferstele aus dem 12. Jh. heraus, die sonst nur die größten Museen der Welt präsentieren können. Dies ist umso erstaunlicher, da eine zunehmende Zurückhaltung von Museen und Sammlungen bei der Freigabe von Leihgaben zu beobachten ist. Der besondere Dank gilt deshalb dem Lindenmuseum in Stuttgart und dem Völkerkundemuseum in Heidelberg, zu denen Museumsleiter und Indienfahrer Hans-Joachim Kölsch hervorragende Kontakte besitzt sowie den Familien Brauch und Hummel aus Landau, die ihre Privatsammlung zur Verfügung stellten.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht aber Shiva selbst, in seinem tanzenden Aspekt. Erstmals im 5./6. Jh. n. Chr. wird er in dieser Haltung auf Felsreliefs dargestellt. Unter der südindischen Chola-Dynastie (9. – 13. Jh.) erfolgt dann sein Siegeszug, der bis heute anhält. Die Cholas gossen den tanzenden Schöpfer und Zerstörer des Universums in eine beträchtliche Anzahl an Bronzen, die zu den bedeutendsten Werken indischen Kunstschaffens gehören. Vielseitig ist die Symbolik, die von seinen Attributen und Handhaltungen ausgehen und seine Anhänger auf den ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen aufmerksam machen, zugleich aber auch auf die Möglichkeit der Erlösung hinweisen. Insgesamt drei Beispiele des tanzenden Shiva sind in der Ausstellung zu sehen.

Museum unterm Trifels – Am Schipkapass 4 – 76855 Annweiler

 

koelsch.museum.annweiler@t-online.de

 

Ausstellungsdauer:
9. September 2007 – 2. März 2008

Öffnungszeiten:
9. Sept. – 1. Nov. 2007: Di. – So. 10 – 17 Uhr
2. Nov. – 2. März 2008: Sa. + So. 13 – 17 Uhr